• Schamotte-Quartier

    Vom Fabrikstandort zum grünen Lebensquartier!

    Die Konzeption für das Areal der ehemaligen Schamotten-Fabrik in Bonn Duisdorf sieht die Transformation des Industriestandorts zu einer grünen Nachbarschaft mit hoher Wohnqualität vor. Die städtebauliche Anordnung der Gebäude leitet sich aus der Lärmeinwirkung aus Norden sowie der Lage im Inneren eines größeren Stadtblocks ab. Eine viergeschossige Riegelbebauung mit Staffel entlang der Bahntrasse schirmt das Quartier vom Lärm ab. Zwei polygonale viergeschossige Solitärgebäude im Süden bilden den Übergang zur aufgelockerten Bebauung der Umgebung. Die baugleichen Gebäude fügen sich in ihre Umgebung ein, indem sie gegeneinander verdreht sind und durch Rücksprünge und Abknickungen vielfältige und spannende Räume ausbilden.

    In Verlängerung der Zufahrt im Westen des Gebiets entsteht ein Quartiersplatz, der als identitätsstiftende Adresse und Treffpunkt fungiert. In Richtung Osten erstreckt sich ein grüner Freiraum, an welchem sich die gegenüberliegenden Eingänge der Gebäude befinden.

    Die angrenzenden städtischen und privaten Grundstücke im Osten und Westen können in das städtebauliche Bild integriert werden. Das Bestandsgebäude, eine Obdachlosenunterkunft, kann erhalten bleiben und durch eine Aufstockung und die Ergänzung von Balkonen weiterentwickelt werden. Südlich davon befindet sich ein weiterer viergeschossiger baugleicher Solitärbaukörper. Die grüne Verbindung in der Quartiersmitte kann verlängert werden und endet im Osten an einer Grünfläche mit Spielplatz. Im Westen kann nach dem Rückbau der Bestandsvilla ein Solitärbaukörper dem Quartiersplatz eine klare Kante gegenüberstellen und die Lärmeinwirkung ins Quartiersinnere minimieren.

    Alle Neubauten sind als Holz-Hybridbauten geplant und können durch die größtenteils rückbaubare Konstruktion recycelt und später in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden. Lärmschutz sowie Raumbildung und Sicherstellung der Wohnqualität sind nicht von der Entwicklung der Nachbargrundstücke abhängig. So entsteht also auch ohne diese ein in sich funktionierendes und grünes Wohnquartier.

    abgeschlossen
    2022
    Bonn Duisdorf
    Deutschland
  • Quartier am Propsthof

    gemischt, vernetzt, grün

    Das Quartier am Propsthof bildet einen wichtigen Baustein des Entwicklungsareals „west.side" im Bonner Westen. Das heute durch Parkplätze und niedrige Bebauung mindergenutzte Grundstück soll dabei in Zukunft zu einem attraktiven und gemischten Quartier mit Wohn- und Büronutzungen entwickelt werden. Die vorgeschlagene städtebauliche Konfiguration fügt sich in seine Umgebung ein und schafft als Entree neue Verbindungen in die umliegenden Quartiere, vor Allem für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen.

    Der Quartierseingang am Propsthof wird durch das Ausbilden einer Torsituationen inszeniert. Zwei sieben-geschossige Baukörper mit gewerblicher Nutzung und aktiven Erdgeschosszonen betonen den Eingang städtebaulich und hochbaulich. Ein großzügiger Freiraum führt im Anschluss in das Quartier hinein und durch dieses hindurch. Die im Westen angrenzenden Wohnquartiere erhalten am Propsthof ein Gegenüber, dass die städtebauliche Figur ergänzt und ruhige Wohninnenhöfe ausbildet. Als Mittelpunkt des Quartiers entsteht mit der „Meile" und dem Quartiersplatz eine Freiraumabfolge, in dem sich Wohnen und Gewerbenutzung treffen.

    Vorhandene Grünstrukturen werden in die Freiraumstruktur integriert. Die naturnahe Gestaltung der Freiräume verringert den Versiegelungsgrad der Grundstücke, fördert die Biodiversität und wirkt sich positiv auf das Mikroklima aus. So reagiert die Raumfolge von den grünen Quartiersplätzen bis zu den Wohnhöfen auf die zeitgenössischen Ansprüche urbanen Wohnens und Arbeitens.

    abgeschlossen
    2022
    Bonn
    Deutschland
  • Rahmenplan Bundesviertel Bonn

    Das Bundesviertel in Bonn hat sich in den letzten Jahren zu einem erfolgreichen Wirtschaftsstandort und Sitz der Vereinten Nationen gewandelt. Heute steht das Viertel in der ehemaligen Bundeshauptstadt vor neuen Herausforderungen, um als Standort für Unternehmen, Politik, internationale Institutionen und Kongresse und gleichzeitig als ein „Stück Stadt" attraktiv zu bleiben und zu werden. Ziel der Rahmenplanung ist es daher, einen integrierten Ansatz zur zukünftigen Entwicklung aufzuzeigen.

    Zu den grundlegenden Zielen des Strukturkonzeptes gehört es, die Identität stiftenden Bereiche zu bewahren bzw. zu stärken sowie die inneren Potentialflächen baulich und freiräumlich auf nachhaltige Weise zu entwickeln. Mit der Erhöhung des Wohnanteils von derzeit ca. 4.000 auf ca. 15.957 Einwohner*innen ergeben sich neue Bedarfe hinsichtlich Versorgung und sozio-kultureller Infrastruktur.

    Das Bundesviertel der Zukunft ist urban gemischt, bietet bezahlbaren und attraktiven Wohn- und Arbeitsraum, zeichnet sich durch soziale und kulturelle, Sport-, Freizeit- und Versorgungsangebote sowie hochwertige Freiräume aus. Durch ein Mehr und eine Vielfalt an Wohnraum werden Einpendler*innen zu Einwohner*innen. Als zukunftsfähiger Standort wandelt sich das Bundesviertel vom schlichten Bürostandort zur Arbeitslandschaft („Work-Life-Blending"). Ein krisensicherer und innovationsförderlicher Branchenmix bietet den Beschäftigten ein attraktives Arbeitsumfeld.

    Abgerundet wird das Konzept durch eine leistungsstarke Verkehrsinfrastruktur, die eine schnelle Erreichbarkeit und eine gute interne Vernetzung garantiert. Das neue Bundesviertel ist wichtiges Vorbild für die Verkehrswende: Rad- und Fußwege werden stark ausgebaut und der ÖPNV massiv gestärkt.

    abgeschlossen
    2022
    53113 Bonn
    Deutschland
  • Rahmenplan Hafenband+

    maritim. grün. gemeinschaftlich.

    Der Rahmenplan für das Quartier Hafen-Ost in Flensburg bildet die Grundlage für die Entwicklung und Transformation des Hafen-Ost in ein klimagerechtes und Suffizienz orientiertes Stadtquartier mit gemischten Nutzungen und vielfältigen Freiräumen.

    Ausgehend von drei möglichen Entwicklungsszenarien wurde ein kooperativer Entwicklungsprozess zur Erstellung des Rahmenplans unter Einbindung der Stadt, Politik, Stakeholdern und der Bevölkerung durchgeführt. Ergebnis ist das Synthese-Szenario „Hafenband + maritim, grün, gemeinschaftlich", welches die Grundlage für die Rahmenplanung schafft.

    Neben dem Rahmenplan mit städtebaulich-landschaftsplanerischen Konzept, einem Entwicklungs- und Nutzungskonzept sowie einem integrierten Mobilitätskonzept, liegt der Fokus unter dem Thema „Wie wird weniger genug?" auf der Entwicklung eines Suffizienz-Quartiers für ca. 1000 WE und bis zu 2.000 AP in innerstädtischer Lage.

    in Bearbeitung
    2021
    Flensburg
    Deutschland
  • Zeit für die Lausitz

    1 Raum | 2 Motoren | 3 Felder

    Durch den Wegfall der Kohleförderung und -verstromung wird der Lausitz eine ihrer zentralen ökonomischen Grundlagen entzogen. Viele Beschäftigte verlieren durch die notwendige klima- und strukturpolitische Entscheidung ihren Arbeitsplatz. Zugleich ist die Region mit den ökologischen Folgeschäden der jahrelangen Ausschöpfung der Ressourcen konfrontiert.

    Die krisenhafte Entwicklung zeigt, dass für eine nachhaltige wirtschaftlich, soziale und ökologische Entwicklung der Lausitz nicht mehr auf lineare Systeme gesetzt werden kann, sondern mehr und mehr und auf diversen Ebenen bzw. Maßstäben eine Kreislaufwirtschaft aufgebaut werden muss. Es ist Zeit, Stoffkreisläufe, energetische Kreisläufe, die Hybridisierung von Infrastruktur, die Vernetzung von Sektoren und Wertschöpfungsketten voranzutreiben, Synergien zu etablieren und Sinnstiftung zu generieren.

    Der Schlüssel für eine zukunftsfähige Entwicklung der Lausitz ist ein zeitlich und räumlich differenziertes, behutsames Vorgehen. Es gibt eine Handvoll klar zu verortende Entwicklungstreiber, an denen sich kurz- und mittelfristig zusätzliche Wertschöpfung in der Region anlagern kann. Sie bilden gleichsam die Treiber der regionalen Entwicklung und vernetzen die Lausitz auch überregional. Sie gezielt zu fördern, sollte der erste Investitionsschwerpunkt sein.

    Mit einem Umbau der Lausitz zu einer Modellregion des Biolandbaus, eines nachhaltigen Waldbaus und einer ressourcenschonenden Holzwirtschaft vermag die Lausitz nicht nur dem primären Sektor neue Einnahmequellen erschließen, sondern auch die Attraktivität der Region als Wohnort, als Standort und als Ferienort/ziel deutlich steigern. Die für den Kohleausstieg zugesagten Strukturfördermittel sollten daher auch dem primären Sektor zugute kommen und so nachhaltige Wertschöpfungsketten stärken.

    abgeschlossen
    2021
    Territorium der Lausitz, Südbrandenburg und Ostsachsen
    Deutschland
  • Holtenau-Ost

    Neue urbane Küstenlandschaften

    Mit dem Stadtteil Holtenau-Ost entsteht auf einem ehemaligen Militärareal am Ufer der Kieler Förde eine neue urbane Küstenlandschaft, die bisher voneinander getrennte Siedlungsstrukturen und Naturhabitate miteinander verwebt. Holtenau Ost wird von zwei eindrucksvollen ortsprägenden Szenerien bestimmt. Zum einen die Kieler Förde mit ihrer maritim geprägten Wasserkante, zum anderen der Endmoränenwald mit seiner charakterstarken Topografie. Sie schaffen nicht nur die Bühne für die neue Entwicklung, sondern sind selbst Protagonisten, indem sie den klimatischen, ökologischen und kulturellen Kontext darstellen. Der Entwurf entwickelt diese beiden Elemente landschaftlich und städtebaulich weiter und verbindet ihre räumlichen und atmosphärischen Qualitäten zu einer neuen urbanen Küstenlandschaft. So entstehen 3 charakterstarke StadtLandschaften.

    Gemeinsam schaffen sie eine aus dem Ort entwickelte, eng vernetzte und zirkulär gedachte Quartierslandschaft und geben starke, ortspezifische Antworten auf die zukünftigen Wohn-, Arbeits- und Freizeitbedarfe. Sie unterscheiden sich im Umgang mit dem Wasser durch jeweils angepasste und integrierte Hochwasser- und Schwammstadtkonzepte, die die lokalen Ökosysteme stärken. Vielfältige bauliche und freiräumliche Nutzungen dicht am Wasser sorgen für eine hohe Wohn- und Lebensqualität und verbessern zugleich die Freiraumversorgung sowie das Angebot an Arbeitsplätzen, Versorgungs-, Kultur- und Freizeitangebote für Holtenau und die umliegenden Gemeinden.

    Das Regenwasser wird dezentral auf Gründächern und Retentionsflächen gesammelt und speist ein zentrales Feuchtgebiet, wodurch die Regenwasserbelastung auf das Entwässerungssystems bei Niederschlagsspitzen verringert wird. Das Feuchtgebiet spart Versorgungskosten ein und ergänzt den öffentlichen Raum durch atmosphärische Elemente. Es bietet außerdem ein Habitat für Vögel und Schmetterlinge, bietet Potenziale für naturpädagogische Angebote und schützt das Quartier vor Überschwemmungen.

    Idee
    2021
    Kiel-Holtenau
  • Marconiplein

    Nexus, aus dem Lateinischen „nectere", bedeutet eine „Verbindung oder eine Reihe von Verbindungen, die zwei oder mehr Dinge zusammenführen". Marconiplein befindet sich in der Tat am Schnittpunkt verschiedener Ströme: nicht nur Mobilität, sondern auch Ökologie, Gewässerschutz und Entwicklung.

    Unsere Vision wurzelt im Verständnis dieses Raums als komplexen Knotenpunkt, an dem traditionell dem Verkehr absolute Priorität eingeräumt wurde. Unser Vorschlag zielt darauf ab, das Paradigma von Marconiplein in einen hochwertigen öffentlichen Raum umzukehren, dem die Infrastrukturstrategie folgt. Die Gestaltung des neuen Ortes wird vom Prinzip der Enthüllung geleitet. Infrastrukturen werden folglich weder begraben, versteckt oder erhöht, sondern durch technologischen Fortschritt und akkurate städtische Lösungen intelligent in das neue Design integriert.

    Konkrete Lösungen reichen von angeschrägten Plätzen, neuen vertikalen Querschnitten und mehr Eingängen bis zur Förderung des Platzes als nahtlosen öffentlichen Raum, in dem die Infrastruktur nicht mehr als von der Stadt getrennt wahrgenommen wird.

    abgeschlossen
    2021
    Rotterdam
    Niederlande
  • Bochum Gerthe-West

    Drei Nachbarschaften für ein Grünes Netzwerk

    Im Fokus des Raumbildes für die innerstädtische Entwicklung in Bochum Gerthe-West steht die Verbindung und Verwebung der vorhandenen Grünräume. Als Ausgangspunkt für das Design lassen sie einen neuen ökologischen Korridor und Freiraumverbund entstehen. Weiterhin werden die Zusammenhänge zwischen bestehenden Zentralitäten und Freiräumen gestärkt und mit neuen Impulsgebern, etwa neuen Kitas und Mobilitätshubs, ergänzt. Strategisch gesetzt, bilden sie Brücken zwischen den Bebauungsstrukturen und Naturräumen und laden ins Grüne ein.

    Der Entwurf schlägt einen zusammenhängenden und belebten Grünraum vor, der durch kleinteilige Wegbeziehungen und anderen Freiraumfunktionen erfahrbar und nutzbar für An- und Bewohner*innen ist.

    Durch den Gehölzbestand ergeben sich markante Räume und Atmosphären. Gezielt werden hier Gebäudestrukturen eingefügt. So entsteht im nördlichen Teil ein kompaktes Wohnquartier, das sich in den gebauten Stadtkontext einpasst. Im Zentrum stehen hier vielfältige nachbarschaftsbezogene Freiräume, die Platz für gemeinschaftliche Nutzungen bieten. Im Nordosten wird die durchgrünte Stadtlandschaft durch vier Reihen aus Blockrand- und Reihenhaustypologien ergänzt. Sie definieren klare Siedlungskanten zwischen Wohnquartier und Landschaft und erhalten dennoch starke Sichtbezüge in die Weite der anliegenden Felder. Zwischen den Nachbarschaften verläuft der Grüne Ring, der den markanten Baumbestand aufnimmt und das Gebiet für den unmotorisierten Verkehr vernetzt.

    Entlang der dichten Waldstruktur im Herzen des Projektgebietes werden neue Typologien gesetzt. Im sogenannten Wildnisquartier können Be- und Anwohner*innen die Natur erleben. Offen, kleinkörnig und im unbeschwerten Spiel mit den Bäumen, ergeben die neuen Gebäude eine urbane Wildnis.

    Kennzahlen
    Grundfläche Neubebauung: 19.302 m² (21.769m²*)
    Bruttogeschossfläche Neubebauung: 60.771m² (68.173m²*)
    Versiegelte Flächen gesamt: 59.286 m²
    Unversiegelte Flächen gesamt: 63.980 m²
    Ungefähre Anzahl der Wohneinheiten: 560 (625*)
    Anzahl Stellplätze in Quartiersgaragen: 557 (668m²*)
    *inklusive optionale Flächen

    abgeschlossen
    2021
    Bochum
    Germany
  • Zukunftsquartiere am Ostpark

    Lebendigkeit schafft Stadt!

    In Paderborn bietet sich mit dem Freiwerden der Barker-Kasernen die einzigartige Chance, ein Stück Stadt zu geben, welches Lösungen auf aktuelle Herausforderungen aufzeigt.

    Das grüne Herz, ein neuer Freiraum für Paderborn, bildet das zentrale Element des städtebaulichen Konzepts. Es ergänzt das Naherholungs- und Freizeitangebot für die Gesamtstadt, schafft Anziehungspunkte und bringt die Paderborner*innen zusammen. Außerdem ist es für ökologische Funktionen wie dezentrales, pflanzenbasiertes Regenwassermanagement von besonderer Bedeutung. Insgesamt 18 Hektar Grünraum unterstützen die Biodiversität und Klimaresilienz der Stadt.

    Starke Ränder mit urbaner Dichte rahmen die grüne Mitte. Sie entwickeln die umgebenden Randbereiche der Stadt strukturell und funktional weiter. Die Bestandsgebäude werden umgenutzt und in die Ränder integriert. Dabei reichern sie die Quartiere strukturell und programmatisch an.

    Insgesamt drei neue Quartiere bieten Räume für Wohnen, Arbeit, Begegnung und Freizeit. Sie ergänzen die angrenzenden Stadtteile mit zukunftsweisenden Wohnformen, Lernorten und Arbeitsplätzen. Ein innovatives und resilientes Energie- und Wärmesystem macht die neuen Quartiere klimapositiv.

    Mobilität ist nachhaltig und autoarm organisiert, anschlussfähig an das Heute, orientiert in die Zukunft, robust und anpassungsfähig. Das Konzept dient als Vorbild für zukünftige Entwicklungen in Paderborn. Die Verkehrsräume werden vor allem für den Rad- und Fußverkehr gestaltet; abgerundet durch ein dichtes ÖV-Netz. Quartiersgaragen am Gebietsrand gewährleisten die Erreichbarkeit auch mit dem Auto, werden aber im Zuge der Mobilitätswende nach und nach an Bedeutung verlieren und sind dementsprechend auf Umnutzbarkeit bzw. leichte Rückbaubarkeit ausgelegt.

    abgeschlossen
    2021
    Paderborn
  • Klimaquartier Schweinfurt - suffizient, divers, zirkulär, klimapositiv

    Was ist ein Klimaquartier und wie wird man den Anforderungen gerecht? Wir haben mit dem Klimaquartier Schweinfurt eine mögliche Antwort kreiert, bei der es nicht nur um den CO2-neutralen Betrieb der Gebäude, sondern auch um die Energie, die zur ihrer Errichtung aufzuwenden ist und um die Wiederverwertbarkeit der Materialien geht. Darüber hinaus liegt sowohl die Minimierung als auch die Verlagerung der Mobilität der Bewohner*innen weg vom Auto und hin zum Umweltverbund im Fokus. Zur Erreichung dieser Ziele folgt der Entwurf für das Klimaquartier Schweinfurt folgenden Entwicklungsprinzipien:

    - Ein kompakter Städtebau schont die wertvolle Ressource Boden und bietet viel Platz für Selbstversorgung, Regenwassermanagement und Freizeitnutzungen.

    - Die großen unversiegelten Flächen ermöglichen eine üppige Vegetation, welche die Biodiversität fördert, ein ausgewogenes Mikroklima erzeugt und atmosphärisch starke Orte schafft. So wird ein diverses, gesundes und lebenswertes Habitat für Mensch und Tier garantiert.

    - Zur Förderung des lokalen Regenwasserhaushaltes wird das gesamte Regenwasser vor Ort versickert, verdunstet, oder zur Bewässerung von Pflanzen in Zisternen gespeichert.

    - Ein vielfältiger Nutzungsmix aus Wohnen, Arbeiten, Versorgung und Freizeitangeboten erzeugt ein lebendiges, „komplettes" Quartier und reduziert den Mobilitätsbedarf.

    - Der Ansatz des Suffizienz-Quartiers reduziert individuellen Besitz (Wohnraum, Fortbewegungsmittel, Konsumgüter etc.) zugunsten von gemeinschaftlichem Wohlstand, und schont so die Ressourcen unseres Planeten.

    - Nachhaltige Baumaterialien wie Holz, Lehm, Stroh etc. kommen zur Anwendung und werden so verbaut, dass sie sortenrein dekomponierbar sind.

    - Flexible Holzsystembauweise und kompakte Gebäudevolumen ermöglichen kostengünstiges Bauen.

    - Neben der vorhandenen Fernwärme kommen ausschließlich regenerative Energiequellen (PV auf Dächern und teilweise Fassaden) zum Einsatz.

    - Ermöglicht durch ein multimodales Mobilitätsangebot aus Lastenrädern, E-Bikes, E-Autos, Fahrradanhängern, etc., spielen Autos im Klimaquartier eine kleinstmögliche Wichtigkeit.

    Idee
    2021
    Schweinfurt
    Deutschland