• Recyclinghaus, Hannover

    Das Recyclinghaus ist ein experimentelles Wohnhaus im hannoverschen Stadtteil Kronsberg. Es handelt sich um einen Prototyp, der die Möglichkeiten und Potenziale verschiedenster Arten von Recycling im Reallabor austestet und einen kreislauforientierten und ressourcenschonenden Planungsansatz aufzeigt.

    Das Recyclinghaus setzt einerseits auf recyclingfähige Bauprodukte wie beispielsweise dem Rohbau aus leimfrei zusammengesetzten Massivholzelementen. Andererseits werden recycelte Materialien wie die Gründung aus Recyclingbeton oder einer Fassadendämmung aus recycelten Jutesäcken eingesetzt. Es kommen aber auch in großem Umfang gebrauchte Bauteile im Ganzen zum Einsatz, die nach Möglichkeit aus eigenen Gebäudebeständen der Bauherrin GUNDLACH stammen, beziehungsweise lokal gewonnen wurden. Besonders entscheidend ist dabei eine recyclinggerechte Bauweise, die eine Nutzung und Demontierbarkeit der Bauteile ohne Qualitätsverlust beziehungsweise ein sortenreines Trennen der Baustoffe nach dem Ende der Lebensdauer ermöglicht.

    Die Bauindustrie ist einer der größten Abfallproduzenten und Verbraucher von Ressourcen und in erheblichem Umfang für die weltweiten CO2 Emmissionen verantwortlich. Bei der Planung von Gebäuden wird heute hauptsächlich der Energieverbrauch im Betrieb eines Gebäudes betrachtet. Die erheblichen Mengen an „grauer Energie", die in der Herstellung von Gebäuden steckt bleibt weitgehend unberücksichtigt. Dabei kann der vorhandene Gebäudebestand auch als riesiges Rohstofflager begriffen werden. Dem Recycling von Baustoffen und Materialien sowie recyclinggerechten Bauweisen wird in Zukunft eine immer wichtigere Rolle zukommen.

    Bundespreis Umwelt & Bauen. Film

    abgeschlossen
    2019
  • Ecovillage, Hannover

    Im Kreislauf entworfen.

    Mit der Entwicklung des ecovillage in Hannover besteht die große Chance einen wichtigen Beitrag zu zukunftsorientierter Stadtentwicklung zu leisten. Auf diese Weise bisher einmalig in Deutschland sollen, basierend auf den genossenschaftlichen Grundwerten Gleichwertigkeit, Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und Vielfalt, bis 2026 ca. 500 Wohnungen auf rund 5 Hektar Land entstehen.

    Eine der vielen Besonderheiten des ecovillages ist die Suffizienz, die es sich als Leitsatz gegeben hat: Durch Teilen mehr haben. Ein höchst flexibler Ansatz, der nicht nur gepriesen, sondern gelebt wird. So gibt es unter anderem eigens ein Gästehaus, in welchem Besuch unterkommen kann, der nicht in die eigene Wohnung passt. Neben einem Co-Working Space und Werkstätten gibt es auch Gemeinschaftsräume in den Gebäuden und Gärten, die der Allgemeinheit gehören und von allen genutzt werden können.

    Im Mittelpunkt des städtebaulichen Entwurfs steht das lebendige Zentrum mit Dorfplatz, das von der Allmende umgeben ist. Sie ist das grüne Herz des ecovillage. Hier wird Wasser versickert, Lebensmittel produziert und Gemeinschaft gelebt.

    Ausschlaggebender Faktor für die Entwicklung ist der Anspruch, eine CO2-neutrale Siedlung zu werden. So wird alles aus Holz gebaut und zusätzlich die Versiegelung der Fläche minimiert. Die Biodiversität wird gefördert und Grau- und Regenwasser mit Hilfe einer Pflanzenkläranlage aufbereitet und gereinigt. Eingeleitet in einen biotopartigen See, versickert und verdunstet es oder dient den Bewohner*innen zum Bewässern ihrer Gärten.

    Auch das Mobilitätskonzept verfolgt bezüglich Zukunftsfähigkeit hehre Ziele: Es fokussiert voll und ganz die Nahmobilität. (ÖPNV und Fuß- und Radwegeverkehr). Konkret bedeutet dies nur 0,2 Autostellplätze pro Wohneinheit. Im Gegenzug dazu stehen jedoch großzügige Flächen für (Lasten-)Fahrräder, Leihstationen, Bollerwagen, etc. bereit. Ein direkter Anschluss an die Stadtbahn rundet dieses Konzept ab.

    Das ecovillage versteht sich als Vorreiter in einer längst überfälligen Grundsatzdiskussion, in der Genügsamkeit als Philosophie verfolgt wird.

    Alle Fakten im Überblick

    500 Wohneinheiten
    900 Einwohner*innen
    5 ha Gesamtfläche
    2 ha Gartenland
    3100 m² Gewerbe
    2500 m² Gemieinschaftseinrichtungen
    Baubeginn 2021
    Fertigstellung 2026
    Mehr Informationen: ecovillage-hannover.de

    in Bearbeitung
    2020
  • Max-Becker-Areal, Köln

    Das 17,3 ha große ehemalige Max-Becker-Areal in Köln-Ehrenfeld ist heute stadträumlich isoliert und emissionsbelastet. Die Umgebung ist geprägt von Defiziten in der Freiraum- und Nahversorgung und stellt eine strukturelle und programmatische Zäsur in der ansonsten kleinteiligen Veedel-Struktur des linksrheinischen Stadtgebietes dar.

    Mit dem Ehrenfelder Best-Of entsteht ein offenes, charakterstarkes Quartier, das eine hohe städtebauliche Dichte mit offenen, vielfältig vernetzenden und reichhaltig programmierten Freiräumen verbindet. Es ist ein Kölner Veedel im besten Sinne: Wohnen, Arbeiten, Kultur und Bildung sind kleinräumlich gemischt und auf kurzen Wegen miteinander vernetzt. Die Mischung der Nutzungen erfolgt dabei aus dem städtebaulichen Konzept abgeleitet auf Baufeldebene.

    Das neue Quartier ist grün, kulturell verankert und kreativ anziehend. Ortsprägende Bau- und Freiraumtypologien fügen sich in ein buntes Mosaik und schaffen Angebote für unterschiedlichste Lebensstile und Altersgruppen. Die städtebauliche Entwicklung bildet dabei einen strukturellen und programmatischen Brückenschlag zwischen den Veedeln Ehrenfeld, Müngersdorf und Braunsfelds. Urbane Dichte und Vielfalt treffen auf ein grünes Netz mit vielfältigen Angeboten und Nutzungsmöglichkeiten.

    in Bearbeitung
    2023
  • Carbon-Based Urbanism

    When we completed our research project titled 'Carbon-Based Design' in 2020, we were left with more questions than answers. That study had focused on means to draw down the embodied carbon of buildings, and had explored improved materials, changes to construction processes, improvements in design and incorporation of modern insulation and other technology. But we're urbanists as well as architects, and one statistic stood out. In the built environment, buildings themselves account for only 15% of total emissions. So what about the other 85%?

    And so Carbon-Based Urbanism started: a sustainable city is more than the sum of sustainable buildings. Sustainable construction focuses on the scale of the building (embodied and operational emissions), and there is a strong focus on remaining within the agreements of the Paris Agreement. But if the focus of sustainable construction is not broadened, a blind spot will arise at the urban planning level: where are we going to build, what types of (residential) forms, how do we organize mobility, and how do we ensure that people can live sustainably in the city?

    Cityförster, PosadMaxwan, and the Municipality of Rotterdam have joined forces in this research project. With the main question "what is the role of urban design on the CO₂ impact of Buildings, Areas, and Users in new neighbourhoods?", the research analyses the footprint of 12 Rotterdam neighbourhoods, explicitly looking beyond the building itself to include public space, mobility, and the lifestyle of users. A clear correlation emerges between urban planning factors (such as density indicators and distance to amenities) and the CO₂ footprint per person. This shows that urban planning does indeed have a role to play in sustainable construction, which can offer a new perspective on urban development.

    With six lessons learned, the report presents insights into the footprint of different neighborhood types, which emission categories have the most impact, how emissions from the built environment relate to emissions from residents, and what urban factors can play a pivotal role to reduce emissions. The research teaches us that not only how we build is urgent, but that also where we build and what kind of neighbourhoods should be part of the sustainability debate.

    Our project partners are PosadMaxwan, Municipality of Rotterdam, TU Delft , Netherlands Environmental Assessment Agency, DGBC, ERA Contour and Synchroon.

    This project was made possible by the generous support of TBI, Stimuleringsfonds Creatieve Industrie and the Municipality of Rotterdam

    Download the report now via the pop-up form.
    Print copies are available at NAi Booksellers.

    in Bearbeitung
  • Blankenburger Süden - Stadt der Kreisläufe, Berlin

    Der Entwurf für den Blankenburger Süden in Berlin basiert auf dem Konzept einer "Circular City", eines zirkulär organisierten Quartiers, und ist durch das räumliche Prinzip „Landschaf(f)tStadt" geleitet: Die Landschaft schafft die Stadt.

    Einen strukturellen und gestalterischen Schwerpunkt bildet die blau-grüne Infrastruktur: ein 60 ha großer Landschaftspark mit Garten-, Wald- und Wasserland bietet nicht nur diverse Orte für Freizeit, Sport und Erholung, sondern übernimmt zahlreiche Ökosystemleistungen wie die Klimatisierung der Stadträume, das Regenwassermanagement, die Nahrungsmittelproduktion und die Stärkung der Biodiversität. Das Quartier ist in vier Teilbereiche gegliedert mit je spezifischer Gebäude- und Freiraumstruktur. Alle Gebäude öffnen sich zum Grünraum und bieten eine Vielfalt an bezahlbaren Wohnformen. Konstruktiv trägt das Bauen mit Holz und Recyclingmaterialien sowie die Ausbildung blau-grüner Dächer zu einer guten Klimabilanz des Quartiers bei.

    Ein neuer Gebäudetypus, der sogenannte CYC-Hub, fungiert als Kreislaufschnittstelle. Hier ist die technische Infrastruktur der zirkulär organisierten Nachbarschaften untergebracht - wie die Energiestation und die Quartiersgarage mit Mobilstation- sowie sozio-kulturelle und Bildungseinrichtungen wie Kindergarten, Jugendclub, Nachbarschaftstreff und Quartiersmanagement.

    abgeschlossen
  • Quartiere im Kreislauf, Frankfurt

    CITYFÖRSTER freut sich über die einstimmige Auswahl des Entwurfes für den geplanten „Stadtteil der Quartiere" in Frankfurt Nordwest. Gemeinsam mit urbanegestalt (Köln) hat sich das Architekturbüro gegen sechs namhafte Teams mit einem Konzept durchgesetzt, das städtisches Wachstum mit der Etablierung von Kreisläufen verbindet.

    Wie könnten auf dem bisher landwirtschaftlich geprägten Untersuchungsgebiet am Rande Frankfurts bis zu 10.000 Wohnungen und 8000 neue Arbeitsplätze entstehen?

    Das Konzept von CITYFÖRSTER und urbanegestalt gibt nicht bloß eine schlichte Antwort sondern liefert eine große Besonderheit: Das Untersuchungsgebiet bleibt zu 75 Prozent unbebaut. Die landschaftliche Weite und der Bezug zum Taunus bleiben erhalten. Der Entwurf ist nach dem Prinzip „Landschaf(f)tStadt" konsequent aus den Potentialen des Freiraums entwickelt.

    Um möglichst viel Landschaft zu schonen, wurde die Bebauung auf kompakten Flächen untergebracht Dies bedeutet beispielsweise den Verzicht auf Einfamilienhäuser und das Planen von größtenteils fünf- bis sechsgeschossigen, vereinzelt auch höheren Gebäuden. Die U- und Stadtbahnen bilden das Rückgrat der Quartiere; das Erweiterungsgebiet „Steinbach-Ost" schließt direkt an die schon vorhandene S-Bahn-Trasse an. Östlich der Autobahn wird das Netz durch die Verlängerung der Frankfurter U-Bahnlinie 7 und der Regionaltangente West ergänzt. Die Quartiere sind in Teilbereichen autofrei.

    Es sollen zirkulär organisierte Quartiere entstehen – Quartiere im Kreislauf, die einen erheblichen Beitrag zur Versorgung mit Wasser, Energie und Nahrung leisten, die eine umweltverträgliche Mobilität fördern, die das Stadtklima regulieren und die Biodiversität stärken sowie Orte für sozialen Austausch und Gemeinschaft anbieten.

    Alle Fakten im Überblick

    4 neue Quartiere
    bis zu 10.000 Wohnungen
    bis zu 8.000 neue Arbeitsplätze
    5 Schulen
    20 Kitas
    5-Minuten-Distanzen: Arbeitsstätte, Laden, ÖPNV-Haltestelle, Schule, Park sind innerhalb von 5 Minuten zu Fuß zu erreichen.
    47 ha öffentliches Grün innerhalb der Quartiere
    425 ha Untersuchungsgebiet
    75 % des Untersuchungsgebiets bleiben unbebaut

    abgeschlossen
    2021
  • Klimaumbau Seelhorst, Hannover

    Seelhorst ist eine Zeilenhaussiedlung der 1960er Jahre am Rand von Hannover. Das Wohnensemble der Firma Gundlach umfasst 130 Wohnungen in 11 Gebäuden und ist geprägt von einer waldartigen Atmosphäre, die derzeit durch versiegelte Parkflächen und Garagen beeinträchtigt wird. Ziel des Projekts ist es, den Bestand energetisch zu modernisieren, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen und zugleich die grüne Identität des Quartiers zu erhalten. Kostenarme, klimafreundliche Maßnahmen sichern langfristig bezahlbaren Wohnraum und wirken einer Gentrifizierung entgegen. Die Umsetzung erfolgt schrittweise im bewohnten Zustand.

    Die Nachverdichtung erfolgt in Form einer Aufstockung. Der Siedlungs- und Gebäudetypus, die großzügigen Grünräume und der prägende Baumbestand bleiben erhalten. Die bislang ungenutzten Dachgeschosse werden zurückgebaut und durch flach geneigte, asymmetrische Giebeldächer ersetzt. Die Aufstockung fügt sich in die bestehende Gebäudestruktur ein und bildet gemeinsam mit der sanierten Fassade eine neue Einheit. Das städtebauliche Gesamtbild bleibt gewahrt.

    In schneller, geräuscharmer Holzbauweise wird der Bestand um ein Vollgeschoss ergänzt. So entstehen 50 bis 60 neue Wohnungen. Die Lasten werden in das vorhandene Tragwerk abgeleitet, ohne wesentliche Eingriffe in die Bestandskonstruktion. Die neuen Dachflächen werden großflächig mit Photovoltaikmodulen belegt. Ein vorgestelltes Balkonregal erweitert die Wohnflächen und erhöht die Aufenthaltsqualität der Bestandswohnungen. Die Fassaden werden mit biogener Zellulose-Einblasdämmung energetisch saniert. Die Balkonregale sind als Stahlkonstruktion ausgebildet.
    Der Energiebedarf des Quartiers wird dauerhaft gesenkt. Die Gebäude werden über Luft-Wasser-Wärmepumpen beheizt, die Warmwasserbereitung erfolgt über elektrische Durchlauferhitzer.

    Die neuen Wohnungen ergänzen den Bestand um einen vielfältigen Wohnungsmix und reagieren auf den demografischen Wandel. Parallel werden die Freiräume aufgewertet und ein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept integriert. Bestehende Bäume bleiben erhalten, versiegelte Flächen werden zurückgebaut. Zusätzliche Pflanzungen verbessern Mikroklima, Regenwasserrückhalt und Biodiversität.

    im Bau
    seit 2025
  • Pelikan Mix⁴, Hannover

    Das Projekt Pelikan Mix4 bietet ein vielfältiges Angebot an Wohnformen als Antwort auf verschiedene urbane Lebensstile. Die vorgegebene städtebauliche Struktur sieht einen zentralen Hof vor, der von zwei Wohnriegeln und sechs Punkthäusern gerahmt wird. Ein Landschaftstableau dient als verbindendes Element, als Entree zu den Wohngebäuden und als privat und halböffentlich genutzter Freiraum. Die Gebäude erhalten eine großzügige, individuell gestaltete Lobby, die als Adresse und Treffpunkte dient. Die große Flexibilität der Grundrisse ermöglicht einen vielfältigen Wohnungsmix. Das betrifft die Wohnungsgrößen ebenso wie die Wohnungstypen: Entsprechend gesellschaftlicher Ansprüche wurden die Typen „Wellness", „Nachhaltig", „Extravagant" und „Komfortabel" entwickelt, die sich hinsichtlich der Raumkonstellation, Materialien, dem Freiraumangebot und der Ausstattung unterscheiden. Die Gebäude werden durch gezielt platzierte Hochpunkte - sogenannte „Glorietten" – gekrönt, die räumliche Besonderheiten ermöglichen, die Belichtung optimieren und Blickbeziehungen herstellen.

    abgeschlossen
    2016
  • Wohnkrone Windmühlenstraße, Hannover

    Die Wohnkrone ist ein Prototyp der Siedlungsebene 2.0. Dachflächen von Einzelhandels-, Büro-, und Parkgebäuden werden belebt, attraktive Toplagen erschlossen, vorhandene Infrastrukturen besser ausgelastet und die Nutzungsmischung in der Innenstadt verbessert. Das vorhandene Parkhaus wird im Zuge der Sanierung von Fassade und Eingangsbereich mit Penthäusern aufgestockt. Diese setzen sich formal selbstbewusst - gleich einer „Krone" - von der vorhandenen Gebäudestruktur ab und geben dem Bestand zugleich einen harmonischen Abschluss.

    Eingänge und Erschließung des Gebäudes wurden neu organisiert, sodass eigenständige Adressen für das Parkhaus und die Wohnbebauung klar erkennbar sind. Barrierefrei erschlossen wird die Wohnbebauung über eine repräsentative Lobby im EG mit einem exklusiven Aufzug, der direkt zum zentralen, landschaftlich gestalteten Wohnhof führt. Von diesem gemeinschaftlich genutzten Aufenthaltsbereich sind die Wohneinheiten erreichbar. Jede Wohnung (50 bis 120m²) verfügt über eine großzügige, private Terrasse mit Blick über die Dächer der Stadt.

    abgeschlossen
    2016
  • Schwammstadt Hefei: Fünf Landschaften - ein Park., Hefei/Anhui

    Das Projekt bringt den Masterplan für die Schwammstadt Hefei zum Leben und realisiert ein 3km langes Freiraumband als ein Pilotprojekt für eine integrierte wassersensible Stadt- und Landschaftsplanung. Ausgehend vom zentralen Gewässersystem aus Fluss und Stausee entsteht eine vernetzte grünblaue Infrastruktur, die Hochwasserschutz, Naherholung, Klimaanpassung, Ökologie und soziales Miteinander miteinander verbindet. Der Park gliedert sich in fünf Abschnitte mit jeweils unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten:
    Der Flussauenpark ist das grüne Wohnzimmer der angrenzenden Wohngebiete und schafft neben der essenziellen Rolle für den Hochwasserschutz Räume und Angebote für städtisches Leben und aktive Freizeitgestaltung. Hier führt ein naturnaher Trockenbach durch eine sanfte, von Baumgruppen und Stadtwäldern gesäumte Auenlandschaft. Die üppigen Feuchtbiotope des Wetland-Parks puffern und reinigen das Regenwasser und entlasten die Kanalisation. Weitläufige terrassierte Hänge prägen das Landschaftsbild und schaffen einen zusätzlichen Hochwasserpuffer. Die Stadtterrassen geben dem Stadtzentrum ein urbanes und Gesicht zum Wasser. Das multifunktionale öffentliche Ufer ist zentraler Treffpunkt und ermöglicht eine Vielzahl wasserbezogener Nutzungen. Am Öko-Ufer integrieren die renaturierte Flachwasserbiotope bestehende Vegetation, fördern die Biodiversität und ermöglichen ein unmittelbares Naturerleben. Ein mehrstufiges System aus Pflanzenfiltern verbessert die Wasserqualität des Stausees, dessen Ökologie durch die umliegende Urbanisierung belastet ist.
    Je nach Jahreszeit und Wetter und Pegelstand wechselt die Landschaft ihr Erscheinungsbild, wenn Wasserflächen anschwellen und dabei neue Perspektiven entstehen. Ein durchgehender Radschnellweg vernetzt das Stadtgebiet von Nord nach Süd macht das Fahrrad zu einer attraktiven und nachhaltigen Mobilitätsoption.

    abgeschlossen
  • Parkway, Heidelberg

    „Denkt zuerst an die Menschen, dann an Verkehrswege. Eine gute Stadt ist wie eine gute Party. Die Leute bleiben dort länger als nötig, weil sie sich wohlfühlen." Dieses Zitat des dänischen Stadtplaners Jan Gehl fasst unser Planungsverständnis für den Parkway gut zusammen.

    Der Parkway ist ein Ort, der feinteilig vernetzt, Gebäude- und Freiraumnutzungen vielfältig in Beziehung setzt und aktiv die Klimaresilienz unter¬stützt. Ein grüner und vielfältiger Raum, der die Gegensätze MOBILITÄT und VERWEILEN immer wieder neu miteinander verknüpft. Aufgrund der wertvollen und raumprägenden Bestandsbäume im Patrick-Henry-Village als Ausgangslage wurde der Trassenverlauf so konzipiert, dass so viele Gehölze wie möglich erhalten bleiben. Das Niederschlagswasser wird in Mulden, Rigolen und Regengärten als wertvolle Ressource gespeichert und kommt so Pflanzen und Grundwasser zugute. Die befestigten Flächen werden auf ein Minimum reduziert und als helle Oberflächen ausgebildet.

    Als Pflastermaterial wird ein neu entwickelter und markteingeführter Klimastein
    verwendet, der Niederschlag aufnimmt und so viel Wasser verdunsten kann wie eine Wiesenfläche (50% statt 11% bis 18% wie bei konventionellen Pflastersteinen).
    Der Parkway übernimmt die Funktion eines linearen Parks mit hoher Freiraum-, Begegnungs- und Aufenthaltsqualität, dient als innerer und äußerer Verteiler für das Patrick-Henry-Village und stellt für die unterschiedlichsten urbanen Mobilitätsarten einen sicheren Rahmen.

    abgeschlossen
    2023
  • Revitalisierung Guitanghe, Changsha

    Der Fluss Guitanghe birgt in seinem Ist-Zustand komplexe Problematiken für die städtebauliche Entwicklung Changshas. Neben häufigen Überflutungsereignissen fehlt es an einer integration in die Stadt. Der Fluss bildet die Rückseite der Stadt, was sich in mangelnder Zugänglichkeit und unsicheren, vermüllten Uferzonen widerspiegelt. In der rasant wachsenden Metropole fehlt es zu dem an stadtklimatisch regulierenden grünen Begegnungsräumen.


    Ziel des integrierten Masterplans ist es, den Fluss als zentrale und lebendige Lebensader in der Stadt herauszuarbeiteten und dabei seine ökologische, stadträumliche sowie soziale und kulturelle Bedeutung erheblich zu steigern. werden. Ausgehend von der Hochwasserproblematik und unterschiedlichen Pegelständen des Guitanghe ergibt sich ein darauf dynamisch reagierender Städtebau, der das Wasser als Variable in der Dimensionierung und Programmierung von Räumen mitdenkt. Ein städtebauliches Experimentierfeld entsteht, wo innovative wasserwirtschaftliche und städtebauliche Konzepte ineinandergreifen und der wachsenden Stadt eine ambitionierte, positive und zukunftsgerichtete Perspektive geben.
    Dem Fluss kommt somit als zentrales und lineares Zentrum der Stadt eine große Bedeutung zu, was neben wasserwirtschaftlichen Maßnahmen Chancen für städtebauliche Verbesserungen bietet. Der Guitanghe stärkt als grüne Lunge das städtische Ökosystem und bildet an seinen Ufern neue Identität stiftende Räume für Naherholung, sowie soziale und kulturelle Infrastruktur.
    Langfristig kann der Fluss und die von ihm ausgehenden grün-blauen Korridore die Stadt Changsha sowohl innerstädtisch als auch in die Außenbereiche und die angrenzenden Naherholungs- und Naturschutzgebiete vernetzen.

    abgeschlossen
    2023
  • The Kiosk, Dhermi

    Das Kiosk-Projekt entstand als Reaktion auf den Abriss informeller Bauten in Dhermi, einem schnell wachsenden Touristendorf an der albanischen Küste. Angesichts des zunehmenden Tourismus wurde der Bedarf an einer organisierten, anpassungsfähigen Infrastruktur immer dringlicher.
    Der Entwurf konzentriert sich auf Sonnenschutz, Stauraum im Obergeschoss und flexible Raumaufteilung für verschiedene Anbieter. Der modulare und kostengünstige Kiosk lässt sich unter Verwendung lokaler, klimagerechter Materialien leicht aufbauen, abbauen und versetzen. Sein charakteristisches Merkmal – ein sich verjüngendes, kastenförmiges Vordach – lässt sich tagsüber zur Beschattung öffnen und nachts zur sicheren Lagerung schließen. Dieses dynamische Element ermöglicht einen reibungslosen Übergang zwischen aktiver Nutzung und Schließung und passt sich so den täglichen Geschäftsrhythmen an.
    Das offene Erdgeschoss ermöglicht vielfältige Konfigurationen, während sich die gestalterischen Anstrengungen auf das ausdrucksstarke Dach konzentrieren. Der Kiosk lässt sich schnell aufbauen und ist für jede Jahreszeit geeignet. Er bietet eine kostengünstige, klimafreundliche Lösung für kleine Unternehmen.
    Der Kiosk war einer der Pavillons, die bei der ersten Ausgabe des Bread&Heat Festivals ausgestellt wurden, das im Juni 2025 in Tirana, Albanien, stattfand.

    abgeschlossen
    2025
  • VIERZIG549, Düsseldorf

    Das Bauteil 1.7 ist Teil des Quartiers VIERZIG549 im Düsseldorfer Stadtteil Heerdt und bildet gemeinsam mit den angrenzenden Bauten den südwestlichen Quartiersauftakt an der Willstätterstraße.

    Der Entwurf verfolgt das Ziel, Wohnen, Arbeiten und Gewerbe in einem Gebäude zu verbinden und damit soziale Vielfalt sowie eine lebendige Quartiersstruktur zu fördern. Vorgesehen sind Büroflächen, Eigentumswohnungen und Gewerbeeinheiten mit Gastronomie und Einzelhandel. Städtebaulich wird ein kompakter Blockrand mit Innenhof ausgebildet, der sich zum Quartiersplatz öffnet und zugleich halbprivate Freiräume für Bewohner:innen und Nutzer:innen bietet.

    Das Gebäude wird als Holzhybridbau mit Holzfassade und klar gegliedertem Sockelgeschoss umgesetzt. Büro- und Wohnbereiche unterscheiden sich in ihrer Fassadengestaltung, bleiben jedoch gestalterisch Teil eines gemeinsamen Ensembles.
    Neben einer Tiefgarage mit Stellplätzen und Fahrradabstellräumen sind begrünte Retentionsdächer, Photovoltaik und eine Wärmeversorgung über Geothermie vorgesehen. Ziel ist ein nachhaltiges Gebäude mit DGNB-Gold-Zertifizierung, Effizienzhaus-40-Standard und hoher Aufenthaltsqualität im Zusammenspiel von Architektur, Freiraum und Nutzungsmischung.

    im Bau
  • Campus Nümbrecht, Nümbrecht

    In mehreren Bauabschnitten soll das Schulzentrum Nümbrecht neu strukturiert werden und somit von einer klassischen Flurschule mit innenliegenden, anonymen und ungenutzten Fluren zu einem neuen räumlich-pädagogische Konzept, der Cluster Schule, umgebaut werden. Die Flure werden aktiviert und zu Kommunikationszonen umgestaltet und durch Gruppen- / EVA-Räume und Teamstationen, sowie durch Nischen und Selbstlernbereiche ergänzt und zu den Kommunikationszone hin geöffnet.

    Um nach der Zusammenlegung der Haupt- und Realschule zur Sekundarschule trotzdem eine klare Verortung von Gymnasium und Sekundarschule zu erhalten wird die ehemalige Hauptschule abgebrochen und das Schulzentrum durch den Neubau der Sekundarschule ergänzt. Der geplante Neubau beinhaltet 18 Klassen, 3 Teamräumen und 12 Sonderlernräumen, welche in Jahrgangscluster zusammen gefasst sind.
    Zentrale Schnittstelle zwischen Bestand und Neubau ist die „gemeinsame Mitte", die die Anbindung der Neubauflächen an das Schulzentrum sicherstellt.

    im Bau
    2019