• Kooperative Planungswerkstatt | Visionäre Stadt | Dorf | Landschaften am Garzweiler-See
  • Jüchen, Rheinisches Revier, Deutschland
  • Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler
  • 170 km²
  • in Bearbeitung, 2020
  • 2009-IVG
  • Raumbild, Entwicklungsstrategien
  • Verena Brehm, Tim Mohr, Lydia Oehlwein, Jakob Bohlen, Lena Lauermann
  • Freiwurf Landschaftsarchitekturen, Thomas Gfeller

  • 2. Preis

Innovation Valley Garzweiler

Durch den geplanten Kohleausstieg bis spätestens 2038 und damit unter anderem den Wegfall einer kompletten Industrie mit vielen Arbeitsplätzen, müssen bereits jetzt starke Zukunftsbilder entwickelt werden, welche die sonst brachliegenden gigantischen Flächen wieder nachhaltig eingliedern und nutzbar machen.

Platziert im Dreiländereck, ging es in unserem Workshop um das Entwickeln einer Vision für das Gebiet in und rund um Garzweiler. Das Hauptziel hierbei vor allem: Weg von der aktuell linearen hin zur Kreislaufwirtschaft.


Ausgangspunkt des Konzeptes war die Frage, wie wir eine starke Vision des Ortes zeichnen können, die seine komplexen Fragestellungen adressiert: Was braucht Innovation? Wie sieht die Energieproduktion der Zukunft aus? Wie können wir dabei das immens geschädigte Ökosystem wiederherstellen und den zerschnittenen Biotopverbund wieder verbinden? Und was brauchen die Gemeinden und Anwohner der Region? Wie können all diese Aspekte im Kreislauf gedacht werden und damit ein starkes, nachhaltiges System abbilden?

Dazu sieht das Konzept die Schaffung eines Innovationsnetzwerks aus drei gut erschlossenen Gewerbestandorten in Jüchen, Jackerath und Frimmersdorf vor, die an bestehende Planungen anknüpfen. Dabei schafft die Konversion des sonst abzureißenden Kraftwerks Frimmersdorf (geplante Lahmlegung 2021) einen überregionalen Innovations-HUB und fungiert als Tor in die Region. Hier gibt es riesige fertiggebaute Flächen, die als Spielwiese für Start-Ups aber auch bereits etablierte Unternehmen dienen. Das Kraftwerk erinnert somit optisch an das kulturelle Erbe und die wichtige Vergangenheit der Region, zeigt jedoch auf der anderen Seite, den großen Schritt nach vorn in eine nachhaltige Zukunft. Der seit Jahrzehnten vorherrschende Pioniergeist wird neu gedacht und ins Jahr 2035 übersetzt.

Große zusammenhängende Rekultivierungsflächen für die industrielle Landwirtschaft speisen durch die zusätzliche Belegung für Windstrom und PV-Anlagen Strom ins lokale Netz ein. Wir lassen ökologische Korridore (forstlich rekultivierte, naturnahe Grünstrukturen) entstehen, die sich zukünftig zwischen dem Seeufer und den Wäldern der Erftaue aufspannen und neben der Sicherung des Artenverbunds auch interessante Flächen für Tourismus darstellen. Somit wird die wirtschaftliche Situation der Region gestärkt. Die Korridore werden gesäumt von Laborflächen, also kleinmaßstäblichen Feldern und Gartenstrukturen, auf denen kreislaufbasierte Landwirtschaft erforscht, getestet und angewandt wird.

In Garzweiler handelt sich um eine attraktive Umgebung, aber wie kann man Dörfer nachhaltig entwickeln und welche Angebote müssen geschaffen werden? Ressourcenschonung, Wassermanangement oder auch neue Mobilitätsformen sind hierbei nur eine Auswahl an wichtigen Themen und Faktoren, die bedacht werden müssen. Wir schlagen verschiedene Leuchtturmregionen vor, an denen sich angesiedelt werden kann. Auf diese Weise entsteht beispielsweise der neue Ort Niers am See. Mit der unumgänglichen Flutung des Tagebaus Garzweiler II und dem somit entstehenden Restsees in der Größe des Tegernsees, bietet sich die außergewöhnliche Chance für die Realisierung einer Modellstadt mit dezentralem Regenwassermanagement und enger Vernetzung in die angrenzenden Naturbiotope. Sobald der Tagebau abgeschlossen ist, können die jeweiligen Dörfer bis an den Rand der ehemaligen Ausgrabungsstätte wachsen und besitzen somit im Endzustand ihre eigenen. charaktergebenden Wasserpromenaden.

Abgerundet wird das Konzept durch eine Seilbahn, die die verschiedenen Bereiche vernetzt.

  • Kooperative Planungswerkstatt | Visionäre Stadt | Dorf | Landschaften am Garzweiler-See
  • Jüchen, Rheinisches Revier, Deutschland
  • Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler
  • 170 km²
  • in Bearbeitung, 2020
  • 2009-IVG
  • Raumbild, Entwicklungsstrategien
  • Verena Brehm, Tim Mohr, Lydia Oehlwein, Jakob Bohlen, Lena Lauermann
  • Freiwurf Landschaftsarchitekturen, Thomas Gfeller

  • 2. Preis