• Recyclinghaus, Hannover

    Das Recyclinghaus ist ein experimentelles Wohnhaus im hannoverschen Stadtteil Kronsberg. Es handelt sich um einen Prototyp, der die Möglichkeiten und Potenziale verschiedenster Arten von Recycling im Reallabor austestet und einen kreislauforientierten und ressourcenschonenden Planungsansatz aufzeigt.

    Das Recyclinghaus setzt einerseits auf recyclingfähige Bauprodukte wie beispielsweise dem Rohbau aus leimfrei zusammengesetzten Massivholzelementen. Andererseits werden recycelte Materialien wie die Gründung aus Recyclingbeton oder einer Fassadendämmung aus recycelten Jutesäcken eingesetzt. Es kommen aber auch in großem Umfang gebrauchte Bauteile im Ganzen zum Einsatz, die nach Möglichkeit aus eigenen Gebäudebeständen der Bauherrin GUNDLACH stammen, beziehungsweise lokal gewonnen wurden. Besonders entscheidend ist dabei eine recyclinggerechte Bauweise, die eine Nutzung und Demontierbarkeit der Bauteile ohne Qualitätsverlust beziehungsweise ein sortenreines Trennen der Baustoffe nach dem Ende der Lebensdauer ermöglicht.

    Die Bauindustrie ist einer der größten Abfallproduzenten und Verbraucher von Ressourcen und in erheblichem Umfang für die weltweiten CO2 Emmissionen verantwortlich. Bei der Planung von Gebäuden wird heute hauptsächlich der Energieverbrauch im Betrieb eines Gebäudes betrachtet. Die erheblichen Mengen an „grauer Energie", die in der Herstellung von Gebäuden steckt bleibt weitgehend unberücksichtigt. Dabei kann der vorhandene Gebäudebestand auch als riesiges Rohstofflager begriffen werden. Dem Recycling von Baustoffen und Materialien sowie recyclinggerechten Bauweisen wird in Zukunft eine immer wichtigere Rolle zukommen.

    Bundespreis Umwelt & Bauen. Film

    abgeschlossen
    2019
  • Klimaumbau Seelhorst, Hannover

    Seelhorst ist eine Zeilenhaussiedlung der 1960er Jahre am Rand von Hannover. Das Wohnensemble der Firma Gundlach umfasst 130 Wohnungen in 11 Gebäuden und ist geprägt von einer waldartigen Atmosphäre, die derzeit durch versiegelte Parkflächen und Garagen beeinträchtigt wird. Ziel des Projekts ist es, den Bestand energetisch zu modernisieren, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen und zugleich die grüne Identität des Quartiers zu erhalten. Kostenarme, klimafreundliche Maßnahmen sichern langfristig bezahlbaren Wohnraum und wirken einer Gentrifizierung entgegen. Die Umsetzung erfolgt schrittweise im bewohnten Zustand.

    Die Nachverdichtung erfolgt in Form einer Aufstockung. Der Siedlungs- und Gebäudetypus, die großzügigen Grünräume und der prägende Baumbestand bleiben erhalten. Die bislang ungenutzten Dachgeschosse werden zurückgebaut und durch flach geneigte, asymmetrische Giebeldächer ersetzt. Die Aufstockung fügt sich in die bestehende Gebäudestruktur ein und bildet gemeinsam mit der sanierten Fassade eine neue Einheit. Das städtebauliche Gesamtbild bleibt gewahrt.

    In schneller, geräuscharmer Holzbauweise wird der Bestand um ein Vollgeschoss ergänzt. So entstehen 50 bis 60 neue Wohnungen. Die Lasten werden in das vorhandene Tragwerk abgeleitet, ohne wesentliche Eingriffe in die Bestandskonstruktion. Die neuen Dachflächen werden großflächig mit Photovoltaikmodulen belegt. Ein vorgestelltes Balkonregal erweitert die Wohnflächen und erhöht die Aufenthaltsqualität der Bestandswohnungen. Die Fassaden werden mit biogener Zellulose-Einblasdämmung energetisch saniert. Die Balkonregale sind als Stahlkonstruktion ausgebildet.
    Der Energiebedarf des Quartiers wird dauerhaft gesenkt. Die Gebäude werden über Luft-Wasser-Wärmepumpen beheizt, die Warmwasserbereitung erfolgt über elektrische Durchlauferhitzer.

    Die neuen Wohnungen ergänzen den Bestand um einen vielfältigen Wohnungsmix und reagieren auf den demografischen Wandel. Parallel werden die Freiräume aufgewertet und ein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept integriert. Bestehende Bäume bleiben erhalten, versiegelte Flächen werden zurückgebaut. Zusätzliche Pflanzungen verbessern Mikroklima, Regenwasserrückhalt und Biodiversität.

    im Bau
    seit 2025
  • Pelikan Mix⁴, Hannover

    Das Projekt Pelikan Mix4 bietet ein vielfältiges Angebot an Wohnformen als Antwort auf verschiedene urbane Lebensstile. Die vorgegebene städtebauliche Struktur sieht einen zentralen Hof vor, der von zwei Wohnriegeln und sechs Punkthäusern gerahmt wird. Ein Landschaftstableau dient als verbindendes Element, als Entree zu den Wohngebäuden und als privat und halböffentlich genutzter Freiraum. Die Gebäude erhalten eine großzügige, individuell gestaltete Lobby, die als Adresse und Treffpunkte dient. Die große Flexibilität der Grundrisse ermöglicht einen vielfältigen Wohnungsmix. Das betrifft die Wohnungsgrößen ebenso wie die Wohnungstypen: Entsprechend gesellschaftlicher Ansprüche wurden die Typen „Wellness", „Nachhaltig", „Extravagant" und „Komfortabel" entwickelt, die sich hinsichtlich der Raumkonstellation, Materialien, dem Freiraumangebot und der Ausstattung unterscheiden. Die Gebäude werden durch gezielt platzierte Hochpunkte - sogenannte „Glorietten" – gekrönt, die räumliche Besonderheiten ermöglichen, die Belichtung optimieren und Blickbeziehungen herstellen.

    abgeschlossen
    2016
  • Wohnkrone Windmühlenstraße, Hannover

    Die Wohnkrone ist ein Prototyp der Siedlungsebene 2.0. Dachflächen von Einzelhandels-, Büro-, und Parkgebäuden werden belebt, attraktive Toplagen erschlossen, vorhandene Infrastrukturen besser ausgelastet und die Nutzungsmischung in der Innenstadt verbessert. Das vorhandene Parkhaus wird im Zuge der Sanierung von Fassade und Eingangsbereich mit Penthäusern aufgestockt. Diese setzen sich formal selbstbewusst - gleich einer „Krone" - von der vorhandenen Gebäudestruktur ab und geben dem Bestand zugleich einen harmonischen Abschluss.

    Eingänge und Erschließung des Gebäudes wurden neu organisiert, sodass eigenständige Adressen für das Parkhaus und die Wohnbebauung klar erkennbar sind. Barrierefrei erschlossen wird die Wohnbebauung über eine repräsentative Lobby im EG mit einem exklusiven Aufzug, der direkt zum zentralen, landschaftlich gestalteten Wohnhof führt. Von diesem gemeinschaftlich genutzten Aufenthaltsbereich sind die Wohneinheiten erreichbar. Jede Wohnung (50 bis 120m²) verfügt über eine großzügige, private Terrasse mit Blick über die Dächer der Stadt.

    abgeschlossen
    2016
  • The Kiosk, Dhermi

    Das Kiosk-Projekt entstand als Reaktion auf den Abriss informeller Bauten in Dhermi, einem schnell wachsenden Touristendorf an der albanischen Küste. Angesichts des zunehmenden Tourismus wurde der Bedarf an einer organisierten, anpassungsfähigen Infrastruktur immer dringlicher.
    Der Entwurf konzentriert sich auf Sonnenschutz, Stauraum im Obergeschoss und flexible Raumaufteilung für verschiedene Anbieter. Der modulare und kostengünstige Kiosk lässt sich unter Verwendung lokaler, klimagerechter Materialien leicht aufbauen, abbauen und versetzen. Sein charakteristisches Merkmal – ein sich verjüngendes, kastenförmiges Vordach – lässt sich tagsüber zur Beschattung öffnen und nachts zur sicheren Lagerung schließen. Dieses dynamische Element ermöglicht einen reibungslosen Übergang zwischen aktiver Nutzung und Schließung und passt sich so den täglichen Geschäftsrhythmen an.
    Das offene Erdgeschoss ermöglicht vielfältige Konfigurationen, während sich die gestalterischen Anstrengungen auf das ausdrucksstarke Dach konzentrieren. Der Kiosk lässt sich schnell aufbauen und ist für jede Jahreszeit geeignet. Er bietet eine kostengünstige, klimafreundliche Lösung für kleine Unternehmen.
    Der Kiosk war einer der Pavillons, die bei der ersten Ausgabe des Bread&Heat Festivals ausgestellt wurden, das im Juni 2025 in Tirana, Albanien, stattfand.

    abgeschlossen
    2025
  • Campus Nümbrecht, Nümbrecht

    In mehreren Bauabschnitten soll das Schulzentrum Nümbrecht neu strukturiert werden und somit von einer klassischen Flurschule mit innenliegenden, anonymen und ungenutzten Fluren zu einem neuen räumlich-pädagogische Konzept, der Cluster Schule, umgebaut werden. Die Flure werden aktiviert und zu Kommunikationszonen umgestaltet und durch Gruppen- / EVA-Räume und Teamstationen, sowie durch Nischen und Selbstlernbereiche ergänzt und zu den Kommunikationszone hin geöffnet.

    Um nach der Zusammenlegung der Haupt- und Realschule zur Sekundarschule trotzdem eine klare Verortung von Gymnasium und Sekundarschule zu erhalten wird die ehemalige Hauptschule abgebrochen und das Schulzentrum durch den Neubau der Sekundarschule ergänzt. Der geplante Neubau beinhaltet 18 Klassen, 3 Teamräumen und 12 Sonderlernräumen, welche in Jahrgangscluster zusammen gefasst sind.
    Zentrale Schnittstelle zwischen Bestand und Neubau ist die „gemeinsame Mitte", die die Anbindung der Neubauflächen an das Schulzentrum sicherstellt.

    im Bau
    2019
  • Istropolis, Bratislava

    Die Umwandlung von Trnavské Mýto in ein dynamisches kulturelles und urbanes Zentrum geht in die nächste Phase. Nachdem die Baugenehmigung erteilt wurde, beginnt der Bau von Istropolis – entworfen von CITYFÖRSTER und KCAP in Zusammenarbeit mit Immocap – im Sommer 2025.

    Das Projekt umfasst eine nach neuesten Standards ausgestattete Konzert- und Kongresshalle, moderne Wohnungen und hochwertige Büroflächen. Der Veranstaltungsort für 3.000 Personen ist für verschiedenste kulturelle und geschäftliche Veranstaltungen konzipiert und bietet eine Rundum-Bestuhlung sowie flexible Nutzungsmöglichkeiten. Die Büroräume werden ein großzügiges Atrium und flexible Arbeitsbereiche beinhalten, während die Wohnungen an grüne Innenhöfe angrenzen und durch ein fußgängerfreundliche Umgebung angebunden sind.

    Istropolis setzt neue Maßstäbe in der nachhaltigen Stadtentwicklung, indem es passive Klimalösungen, energieeffizientes Design und biodiverse öffentliche Räume integriert – darunter 147 Bäume, 70 einheimische Pflanzenarten und eine durchdachte Fahrradinfrastruktur.

    Trnavské Mýto, das trotz seiner zentralen Lage lange Zeit übersehen wurde, wird bald mit grünen Promenaden, Springbrunnen und einem lebendigen öffentlichen Platz revitalisiert – ein Ort für Märkte, Versammlungen und das tägliche Leben.

    Mit dem bevorstehenden Baubeginn wird die Vision von Istropolis Realität und prägt die Zukunft von Bratislava durch Architektur, Nachhaltigkeit und ein lebendiges öffentliches Leben.

    in Bearbeitung
    2025
  • Zimbabwe Visitors Centre

    This center is designed as a serene, breathable architectural structure that underscores the monumental atmosphere of the site. Great Zimbabwe, or "Houses of Stone," is the place from which the entire country takes its name, and where the visitor center is located within the UNESCO World Heritage Site.

    Natural materials, such as rammed earth walls, polished concrete floors, teak details, and Corten steel signage, create a tactile continuity with the ancient ruins, while slender steel columns and a floating roof open the interior to light, wind, and the surrounding landscape. Passive design strategies, including cross-ventilation, deep overhangs, shaded courtyards, a green roof, rainwater harvesting, and solar panels, significantly reduce energy and water consumption. Shallow foundations and careful site selection protect the sensitive archaeological sites.

    Constructed using local labor and low-carbon techniques, the building honors the cultural and spiritual significance of this extraordinary region. It provides a sustainable and awe-inspiring setting that deepens visitors' understanding while preserving a cultural landscape of great historical importance.
    Designed for future generations, the project serves as a bridge between the past and the future of Great Zimbabwe.

    in Bearbeitung
  • Schamotte-Quartier, Bonn

    Vom Fabrikstandort zum grünen Lebensquartier!

    Die Konzeption für das Areal der ehemaligen Schamotten-Fabrik in Bonn Duisdorf sieht die Transformation des Industriestandorts zu einer grünen Nachbarschaft mit hoher Wohnqualität vor. Die städtebauliche Anordnung der Gebäude leitet sich aus der Lärmeinwirkung aus Norden sowie der Lage im Inneren eines größeren Stadtblocks ab. Eine viergeschossige Riegelbebauung mit Staffel entlang der Bahntrasse schirmt das Quartier vom Lärm ab. Zwei polygonale viergeschossige Solitärgebäude im Süden bilden den Übergang zur aufgelockerten Bebauung der Umgebung. Die baugleichen Gebäude fügen sich in ihre Umgebung ein, indem sie gegeneinander verdreht sind und durch Rücksprünge und Abknickungen vielfältige und spannende Räume ausbilden.

    In Verlängerung der Zufahrt im Westen des Gebiets entsteht ein Quartiersplatz, der als identitätsstiftende Adresse und Treffpunkt fungiert. In Richtung Osten erstreckt sich ein grüner Freiraum, an welchem sich die gegenüberliegenden Eingänge der Gebäude befinden.

    Die angrenzenden städtischen und privaten Grundstücke im Osten und Westen können in das städtebauliche Bild integriert werden. Das Bestandsgebäude, eine Obdachlosenunterkunft, kann erhalten bleiben und durch eine Aufstockung und die Ergänzung von Balkonen weiterentwickelt werden. Südlich davon befindet sich ein weiterer viergeschossiger baugleicher Solitärbaukörper. Die grüne Verbindung in der Quartiersmitte kann verlängert werden und endet im Osten an einer Grünfläche mit Spielplatz. Im Westen kann nach dem Rückbau der Bestandsvilla ein Solitärbaukörper dem Quartiersplatz eine klare Kante gegenüberstellen und die Lärmeinwirkung ins Quartiersinnere minimieren.

    Alle Neubauten sind als Holz-Hybridbauten geplant und können durch die größtenteils rückbaubare Konstruktion recycelt und später in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden. Lärmschutz sowie Raumbildung und Sicherstellung der Wohnqualität sind nicht von der Entwicklung der Nachbargrundstücke abhängig. So entsteht also auch ohne diese ein in sich funktionierendes und grünes Wohnquartier.

    abgeschlossen
    2022
  • Firmenumbau Zeissig, Völksen-Springe

    Das Bürogebäude der Firma Zeissig stammt aus den 1960er Jahren. In den 1990er Jahren wurde eine Erweiterung sowie Aufstockung umgesetzt und 1991 eingeweiht. Die Eingangsfassade und die Glasanbauten im Westen und Norden des Bürogebäudes sind in die Jahre gekommen und weisen einen geringen energetischen Standard sowie eine nicht mehr zeitgemäße Gestaltung auf. In der Vergangenheit wurde das in Massivbauweise errichtete Bestandsgebäude mehrmals umgebaut, sodass das Gebäude sowohl in Innenwirkung als auch Außenwirkung keine gemeinsame Sprache mehr spricht. Der Bestand wirkt dadurch „verbastelt".
    Ziel der Baumaßnahme ist es, den Außenauftritt der Firma Zeissig zu erneuern, eine Flächenerweiterung zu schaffen und den Bestand zugleich übersichtlicher zu strukturieren. Zudem ist eine energetische Modernisierung des Bestandsgebäudes geplant. Der eingeschossige Glasanbau im Norden und Westen des Bestandsgebäudes soll im Zuge der geplanten Baumaßnahme aufgrund energetischer und nutzungstechnischer Anforderungen zurückgebaut werden. An gleicher Stelle ist ein zweigeschossiger Erweiterungsbau in Holzbauweise geplant, um zusätzliche Bürofläche und eine effizientere Flächenausnutzung zu schaffen. Bestand und Erweiterungsbau sollen eine gemeinsame vorgehängte, hinterlüftete Fassade erhalten.Ein Schwerpunkt der Gestaltung liegt in der Adressbildung des Bürogebäudes in Richtung Westen. Um einen repräsentativen Eingangsbereich zu formulieren, erhält des Bürogebäude im Bereich des Erweiterungsbaus einen Unterschnitt. Vorgelagert befindet sich die bestehende Skulptur des „Eichenhammer" und wird so in das Eingangsensemble integriert.

    im Bau
    2019-2026
  • Charloisse Kerksingel, Rotterdam

    Offen, Alt und Neu

    Dieses 1893 erbaute Haus in Oud-Charlois, das früher teils als Kunstgalerie, teils als Wohnhaus diente, wurde in ein helles, großzügiges, dreistöckiges Wohnambiente umgewandelt. Das Haus wurde so konzipiert, dass es ein Gleichgewicht zwischen dem ständigen Trubel des Familien- und Arbeitslebens schafft. Es besticht durch seine Offenheit über vier Etagen hinweg, fördert das Zusammenleben und bietet gleichzeitig Raum für vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.

    Im Erdgeschoss ist die Vergangenheit des Gebäudes als Arbeitsraum noch deutlich zu erkennen. Es diente einst als privates Büro mit einem Besprechungsraum in einem Flur, der von großen, zur Straße hin gelegenen Fenstern gesäumt ist. Eine Bar – gefertigt aus der halbhohen Wand, die die ehemaligen Galeristen in ihrem Badezimmer verwendet hatten – bildet den Mittelpunkt des Raums. Dahinter, hinter einer Schiebetür, liegt ein ruhigerer Arbeitsbereich mit einer Bibliothek und einem großen Besprechungstisch, der früher Platz für acht Arbeitsplätze bot. Im hinteren Bereich wurde der Grundriss zu einem eigenständigen Studio mit Kochnische, Bad und Sofa umgestaltet.

    Das Erdgeschoss bildet das Herzstück des Hauses. Es ist um eine zentrale Öffnung herum angeordnet, die den Blick nach unten freigibt und das Gefühl räumlicher Kontinuität verstärkt. Hier befinden sich die Küche und die Hauptwohnbereiche, wo die Offenheit Tageslicht hereinlässt und den ganzen Tag über eine visuelle Verbindung zwischen den Familienmitgliedern sowie zwischen Innen- und Außenbereich aufrechterhält. Ein teilweise entfernter Boden schafft Platz für ein Loft mit einem Gästezimmer, einem Wohnzimmer und einem offenen Badezimmer im Erdgeschoss und im ersten Stock.

    Im Obergeschoss, im dritten Stock, wurde der ursprüngliche Grundriss neu gestaltet. Was einst ein einziges großes Schlafzimmer mit offenem Bad war – nur durch eine halbhohe Wand getrennt –, wurde in eine klarer gegliederte Familienanordnung umgewandelt, die die Kinderzimmer und Schlafplätze umfasst. Da Elemente der Vergangenheit die Renovierungen der Gegenwart unterstützen, schafft dieses Gebäude eine perfekte Mischung aus Vertrautheit und Modernität in einem Zuhause.

     

    abgeschlossen
  • O.A.S.E., Stuttgart Rosenstein

    Das Baufeld A3 nimmt als Entree am neuen Stuttgarter Hauptbahnhof eine besondere stadträumliche Rolle ein. An einem Ort, der wie kaum ein anderer für Transformation und öffentliche Aushandlungsprozesse steht, zeigte der offene Bürger:innenwettbewerb „Raum für Ideen", was in der zukünftigen Innenstadt fehlt: ein konsumfreier, witterungsgeschützter und zugleich offener Raum für die Stadtgesellschaft.
    Mit der O.A.S.E. schlagen wir hier ein Social Innovation Hub als gemeinwohlorientierte Infrastruktur vor – ein Offener Aneignungs- und Sozialer Entwicklungsraum, der als klimatische und soziale Oase funktioniert.
    Das wiederverwendete Tragwerk der historischen Bahnhofsüberdachung spannt dabei einen übergeordneten Rahmen auf, unter dem ein durchlässiges Gefüge aus Freiraum und Gebäuden entsteht. In diesem geschützten Innenraum treffen Aufenthalt und Aktivität aufeinander: Menschen können hier einfach sein, ins Gespräch kommen, Projekte anstoßen, gemeinsam weiterentwickeln und praktisch erproben. Werkstätten, offene Lern- und Austauschräume sowie Orte des Zeigens und Präsentierens greifen ineinander und machen gesellschaftliche Themen sichtbar und verhandelbar.
    So entsteht ein neuer Stadtraum, der nicht nur Schutz und Aufenthaltsqualität bietet, sondern als Katalysator für Austausch, Teilhabe und gemeinsames Handeln wirkt und die Innenstadt um eine bislang fehlende öffentliche Infrastruktur ergänzt.

    Idee
    2026
  • Waldhäuser Ost, Tübingen

    Die Wohnsiedlung „Waldhäuser Ost" aus den 1970er Jahren wird umfassend energetisch ertüchtigt und zugleich behutsam weiterentwickelt. Eine besondere Herausforderung stellt die Lage des Gebäudes in einer Erdbebenzone dar, die eine klassische Aufstockung unter üblichen statischen Voraussetzungen nicht zulässt. Die erforderliche Erdbebensicherheit wird daher durch gezielte Maßnahmen zur Gebäudeaussteifung erreicht: Aussteifende Balkonwände sowie zusätzliche nördliche Anbauten übernehmen tragende Funktionen und ermöglichen zugleich die Schaffung zusätzlichen Wohnraums.

    Die Aufstockung von zwei der drei Gebäudeteile erfolgt in Holz-Leichtbauweise. Diese Bauweise reduziert das Eigengewicht der Konstruktion und erfüllt gleichzeitig hohe Anforderungen an Nachhaltigkeit und Bauökonomie. Um die bestehende Bewohnerschaft langfristig zu halten, wird die energetische Fassadensanierung bewusst auf das notwendige Maß begrenzt. Zum Einsatz kommen seriell gefertigte, recyclingfähige Bauteile; Öffnungen und Balkone orientieren sich in Maßstab und Erscheinungsbild am Bestand. Auf diese Weise lassen sich bauliche Verbesserungen realisieren, ohne eine spürbare Mietpreissteigerung auszulösen.

    Die energetische Ertüchtigung der Gebäudehülle wird mit einer Erweiterung der Balkone sowie einem neuen, zeitgemäßen Farb- und Fassadenkonzept verknüpft. Ergänzend führen nördliche Anbauten, Aufstockungen sowie die Umwandlung der bestehenden Erd- und Gartengeschosswohnungen in Maisonettewohnungen für Großfamilien zu einer deutlichen Erweiterung und Differenzierung des Wohnungsmixes.

    Großzügiger gestaltete Freisitze und verbesserte Außenräume steigern zudem die Aufenthaltsqualität und stärken die Wohnqualität der Siedlung insgesamt.

    Idee
    2025
  • Quartier Immengarten, Hannover

    Die Entwicklungsvision überführt den ehemaligen Gewerbestandort in ein urbanes, vielfältig nutzbares Quartier. Der Entwurf setzt dabei auf klare Raumkanten, präzise Adressbildung und eine feine Abstimmung zwischen Wohnen, Arbeiten und öffentlichem Raum. Prägnante Gebäudeecken, maßstäbliche Körnung und eine differenzierte Höhenstaffelung sorgen für Orientierung und Wiedererkennbarkeit.

    Im Zentrum liegt ein großzügiger öffentlicher Spielplatz, der als Herz des Quartiers funktioniert und von lebendigen Erdgeschosszonen gefasst wird. Eine durchgängige Ost-West-Verbindung stärkt die Verknüpfung zu den umliegenden Grünzügen und schafft neue Adressen im Quartiersinneren. Die Hofstrukturen orientieren sich an den typischen Listhöfen und bilden geschützte Freiräume für Wohnen, Kita und gemeinschaftliche Nutzung.

    Das Freiraumkonzept setzt auf klimaresiliente Gestaltung, vielfältige Vegetation, klare Aufenthaltsorte und die Option einer Schwammstadt. Blühflächen, Retentionsräume und begrünte Fassaden fördern Biodiversität und ein angenehmes Mikroklima.

    Die Gebäude greifen Motive der Umgebung auf: Büro- und Gewerberiegel mit markanten Sockelzonen sowie farblich differenzierte Wohngebäude mit Gauben, Loggien und Mansarddächern. Flexible Grundrisse ermöglichen langfristige Anpassbarkeit. Eine Tiefgarage, Fahrrad-HUBs und kurze Wege fördern einen autofreien Lebensstil. So entsteht ein lebendiger Stadtbaustein, der Offenheit, Vielfalt und hohe Freiraumqualität zu einem klaren, robusten Quartier bündelt.

    abgeschlossen
    2025
  • Saranda Underwater Centre, Sarandë

    Das PIUTD-Projekt hat das Ziel, die urbane Infrastruktur zu verbessern und den Wert touristischer Ressourcen zu steigern.Die Stadt Saranda liegt an der albanischen Riviera mit Blick auf das Ionische Meer. Mit ihrem natürlichen Hafen und der eindrucksvollen Küstenlandschaft hat sich Saranda zu einem zentralen Knotenpunkt für Tourismus und maritime Aktivitäten in der Region entwickelt.

    Das Unterwassererbe im Süden Albaniens wird von National Geographic als eine der zehn besten Stätten für Unterwasserarchäologie angesehen. Trotz dieser Anerkennung gibt es derzeit keine direkte Aktivität, die damit verbunden ist. Die Einrichtung des Underwater Heritage Centre bereichert nicht nur das touristische Angebot, sondern belebt auch das kulturelle Erbe der Stadt durch die Umnutzung des ehemaligen Entbindungsgebäudes.

    Das vorgeschlagene multifunktionale Programm integriert Bildungs-, Handels- und Freizeitaktivitäten, um den Unterwassertourismus zu fördern und ihn mit der lokalen Wirtschaft und Geschäftsmöglichkeiten zu verbinden.
    Das alte Entbindungsgebäude stammt aus den 1940er Jahren, der Zeit der italienisch-griechischen Kriege. Es zeigt einzigartige architektonische Qualitäten, geht jedoch im städtischen Gefüge unter. Um das Gebäude in die Stadt zu integrieren, wird der Eingangsbereich als aktiver urbaner Raum neugestaltet, kommerzielle Funktionen werden im Sockelbereich vorgesehen.
    Im neuen Dachpavillon beherbergt das Gebäude ein neues kulinarisches Angebot für Fine Dining, aber auch öffentliche Abendveranstaltungen. Das neue Restaurant bietet einen spektakulären Ausblick über Saranda und seine Küstenlinie und wertet gleichzeitig das historische Gebäude zu einem neuen Wahrzeichen der Stadt auf.

    Idee
    2024